Kawasaki blickt im Jahr 2003, der Drucklegung dieses Buches, auf eine 125jährige Firmengeschichte zurück, die 1878 in Tsukiji, einem Stadtteil von Tokio begann. Dort gründete Shozo Kawasaki eine Schiffswerft die Keimzelle von Kawasaki Heavy Industries.
Bis zum Einstieg ins Motorradgeschäft sollte es aber noch bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg dauern. Es begann mit dem Bau von Getrieben, wenig später folgten komplette Motoren für den japanischen Motorradhersteller Meihatsu. mit dem Bau eigener Motorräder begann Kawasaki schließlich 1961 und präsentierte als erstes Modell die B7, eine Zweitakt-125er.
Während diese sowie einige nachfolgende Modelle noch ausschließlich für den heimischen Markt konzipiert waren, schielte Kawasaki 1965 mit der 650 W1, einem Parallel-Twin nach englischem Vorbild, nach dem umsatzträchtigen amerikanischen Markt.
Während die 650 W1 den erhofften Erfolg schuldig blieb, gelang mit der 1966 präsentierten A1 Samurai, einer sportlichen, leichten und leistungsstarken 250er ein guter Wurf, der den sportlich-dynamischen Ruf von Kawasaki-Motorrädern mit begründen sollte.
Was nun folgte, war eine noch stärkere 350er nach gleichem Strickmuster mit Namen A7 Avenger sowie 1969 schließlich die 60 PS starke 500 H1 Mach III, die den Grundstein für die erfolgreiche Zweitakt-Dreizylinder-Baureihe legte.
Den ganz großen Wurf landete Kawasaki aber schließlich 1972 mit der Z1, der legendären 900er mit Viertakt-Vierzylindermotor und gewaltigen 79 PS Leistung. Sie stellte alles bis dahin Bekannte in den Schatten vor allem die erfolgreiche CB 750 von Honda. Das erste Big Bike überhaupt.
Das ist heute, bei Drucklegung dieses Buches exakt 30 Jahre her, und schaut man sich in der Szene um, so hat gerade die Z1 nichts von ihrer damaligen Faszination verloren. Ganz im Gegenteil. Zahlreiche Enthusiasten restaurieren, hegen und pflegen die Urahnin aller Superbikes, und so mancher hat die Z1 oder eine ihrer Nachfolgerinnen wie Z 900, Z 1000 oder Z1-R sogar als lohnendes Umbau-Objekt entdeckt. Kurzum: Die Szene lebt, ist agiler denn je und kümmert sich mittlerweile auch mit großem Engagement um den Erhalt der legendären Dreizylinder-Modelle mit ihrem technisch wie optisch so eigenständigen Charakter.
Grund genug, so meine ich, den Kawasaki-Fans und Enthusiasten nicht nur einen kleinen Rückblick auf die legendären Z-Modelle und Zweitakter zu geben, sondern neben einigen beispielhaften Custom- und Tuning-Bikes Marke Kawasaki auch die herausragenden Rennmaschinen mit Schwerpunkt auf den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts zu präsentieren.
Last not least würdigt dieses Buch auch ein brandneues Modell von Kawasaki: die Z 1000. Ihr Name erinnert nicht zufällig an die Z 1000 von 1977, sondern ist rund 25 Jahre später eine ganz bewusste Pflege und Fortschreibung der Kawasaki-Tradition und des damals begründeten Images vom sportlichen, leistungsstarken Motorrad. Ein mutiger und gekonnt ausgeführter Schritt, den die Fanggemeinde ganz sicher zu schätzen weiß und Grund genug, dem neuen Super-Naked Bike das Einführungskapitel in diesem Buch zu widmen.